El Recreo

El Recreo – Ein Garten für Josephine

Barbara-Reschke-Garten
2009-2010

Innenhofgestaltung für das Clementine Kinderhospital

Ort: Frankfurt am Main

Typ: Freiraumplanung

Kosten: 110.000 €

Status: Fertigstellung Oktober 2010

Projektteam: Ariel Auslender, Oliver Hantke, Rainer Kurka

Mitarbeit: Eun-A Kim, Susanne Sauter


Konzept

Der Innenhof des Clementine Kinderhospitals soll in seiner Funktion und Gestalt den Patienten und Angehörigen dienen. Da der Innenhof des Clemis eine sehr sensible Umgebung darstellt, wird auf die Patienten und Angehörigen in den umliegenden Behandlungs- und Krankenzimmern besonders Rücksicht genommen. Die gestalterische Maßnahme lädt nicht zum Toben und Rennen ein, sondern bietet die Möglichkeit sich niederzulassen, sich zu treffen, in einem angenehmen Ambiente zu warten und zu entdecken.

Wichtig ist der Blick durch das große „Schaufenster“ von der Theobald Christ-Strasse und aus dem Foyer in Richtung Innenhof. Der Platz erscheint wie eine Bühne, wo der Besucher selbst zum Akteur wird und sich in den Kulissen verliert. Die Formensprache der Installation greift in den dreidimensionalen Objekten die polygonale Form von Josephine auf, der Boden ist in seiner Struktur, Anordnung und Körnung eine Annäherung an den Boden im Foyer und bildet gleichzeitig den „Nährboden“ für die entstehenden Objekte. Mit diesen Mitteln wird das Foyer Bestandteil der Inszenierung, der Platz vor der Bühne – der Zuschauerraum.


Ziele und Effekte

Leitgedanke bei der Gestaltung ist das Ansprechen der Sinne, die Wahrnehmung und der Abstraktionsprozess bei Kindern. Wie nehmen Kinder ihre Umwelt war? Wie werden Bäume gezeichnet, wie das Gras oder Tiere?

Kinder zeichnen bis zu einem gewissen Alter zweidimensional. In Silhouetten – Grafisch reduziert auf das Wesentliche, z.B. Stamm und Krone werden reduziert auf ein Rechteck und eine Kugel. Die Installation mit den Silhouetten bietet in ihrer unterschiedlichen Detaillierung Rückschlüsse auf die Abstraktion. Warum ist ein Baum rund (der rote Ahorn), wie gestalten sich Verästelungen? Blattwerk? (Ginkgo). Die Wahl der unterschiedlichen Bäume und Sträucher erlauben so das erleben und verstehen unterschiedlicher Pflanzen.

Die Installation funktioniert in seiner Funktion als Kulisse und Bühne zu jeder Jahreszeit. Im Sommer, wenn die Bäume ihre volle Blätterpracht tragen, treten sie in ihrer Erscheinung in den Vordergrund. Im Herbst dominieren sie zusätzlich in ihrer Farbenpracht vor den weißen Silhouetten.

Mit den kleinen Pflanzbeeten entstehen zusätzliche Zonen, die es mit den Sinnen zu erobern gilt. Die Sommerwiese bietet Pflanzenvielfalt und Blütenpracht mit vielen farblichen Akzenten. Das Kräutergärtlein und das Lavendelbeet laden zum Riechen und Fühlen ein. Das Beet mit den Preisselbeeren wird im Sommer zu einer kleinen Gaumenfreude und bleibt ganzjährig ein farblicher Akzent durch seine roten Früchte und immergrünen Blätter.

Die „Wurzeln“ der Bäume, die aus den Fugen zwischen den Betonplatten wie herausgewachsen erscheinen, falten sich auf und bilden die Sitzmöbel. Durch die Anordnung entsteht die Möglichkeitsich gegenüber sitzen zu können, sich aber auch einzeln niederzulassen.

Die Behandlungsbereiche im Erdgeschoss werden über einen Sichtschutz im Innenraum vor äusseren Einblicken geschützt. Die Konzentration der Elemente befindet sich gegenüber der Behandlungszimmer, die sich im Erdgeschoss befinden und ermöglicht so eine möglichst ruhige Behandlungsatmosphäre.


Materialität

Die Verlegeplatten und das Muster greifen Elemente der Bestandsarchitektur auf. Die Rhythmen beider Fassaden finden sich in dem Streifenmuster des Bodens wieder. Verlegt wird ein Kunststein aus eingefärbtem Weißzement, der in seiner Farbigkeit an einen Travertin erinnert. Die Streifigkeit wird durch eine unterschiedliche Bearbeitung in der Oberfläche erreicht. (Bossiert und mit Besenstrich / vgl. Sägerauh). Durch die raue Oberfläche wird die Schallreflexion vermindert und der Belag als Rutschfest ausgebildet.

Die Silhouetten bestehen aus weiß lackiertem oder pulverbeschichtetem Stahlblech. Die Kanten sind gerundet und entgratet, sodass eine Verletzungs-gefahr minimiert wird. Die Namen der Stifter und Sponsoren des Kinderhospitals finden sich in dem zweiten Streifen nach dem Foyer, als Relief in den Kunststeinplatten. Denkbar wäre auch eine Verteilung der Namen auf der gesamten Fläche, was eine zusätzliche Erkundungstour durch den Hof möglich machen würde.

Die Medallions aus Marmor sind nicht in die Gestaltung des Innenhofes integriert. Ein angemessener Rahmen ist die Fassade an der Theobald-Christ-Strasse, neben dem Schriftzug des Kinderhospitales, anstatt der gedruckten Variante.

Wirtschaftlichkeit

Der Hof ist insgesamt recht pflegeleicht. Durch eine Installation einer automatischen Bewässerungs-Anlage kann während des Jahres auf einen Grossteil der Pflege verzichtet werden. Um das Wachstum der Bäume in Grenzen zu halten, müssen diese regelmässig zurückgeschnitten werden.